Gruppenreisen  – Tipps für erfolgreiche Planung
Burgund Tag 4

Tag 4 ist gleichzeitig auch der Abreisetag der Gruppe. Schon um 8.30 Uhr fuhren die Teilnehmer von Beaune nach Dijon in Begleitung mit dem deutschsprechenden Tourguide Karoline. Dijon liegt touristisch gesehen immer ein wenig im Schatten von Beaune, dabei zählt der Ort zu den schönsten Städten Frankreichs und war schon immer eine Stadt der Künste und ist durchaus sehenswert.

Nach der Stadtführung ging die Fahrt wieder Richtung Süden nach Vougeot (ca. 20 km von Dijon entfernt). Dort befindet sich das berühmteste Weingut vom Burgund: Clos de Vougeot. Man sieht es schon von Weitem – mitten in den Weinbergen. Hier hatten Mönche aus Cîteaux seit dem 12. Jh. Weinbau betrieben. Nach der französischen Revolution wurde es zum Staatsbesitz und verfiel zunehmend. Seit 1944 ist das Schloss im Besitz der Weinbruderschaft „Confrérie des Chevaliers du Tastevin“. Auf Wikipedia gibt es weitere Informationen über Clos de Vougeot:

Clos de Vougeot

Clos de Vougeot

Unvorhergesehenes – hätte auch dumm laufen können – ist aber nochmals gut gegangen!

Ein Besuch bei Clos de Vougeot ist auf jeden Fall empfehlenswert. Während die Reisegesellschaft in Dijon unterwegs war, fuhr ich etwas später von Beaune nach Clos de Vougeot um die Eintrittskarten zu kaufen (dies geht dort nicht zum Voraus). Zum Glück war ich frühzeitig dort, denn die Dame an der Kasse hat mir mitgeteilt, dass ab 12 Uhr gewisse Räumlichkeiten geschlossen werden, wegen einem privaten Anlass. Insbesondere die Hauptattraktion – die alten riesigen Weinpressen – könne man ab 12 Uhr nicht mehr besichtigen. Das hat mir gerade noch gefehlt! Ausserdem ärgerte ich mich über mich selber, weil ich ausgerechnet bei diesem Weingut nicht zum Voraus nochmals einen Check gemacht habe! Im Prinzip war es auch nicht nötig gewesen, denn die Führung übernahm sowieso Karoline und die Gruppe musste nicht auf eine bestimmte Zeit angemeldet sein. Dies hatte ich schon im Januar oder Februar dieses Jahres telefonisch abgeklärt.

Gemäss Zeitplan sollte die Gesellschaft um 11.30 Uhr in Vougeot ankommen und zum Glück war sie pünktlich. Karoline wurde informiert, dass sie mit der Führung gleich bei den alten Weinpressen beginnen soll. Somit verlief alles planmässig und die Teilnehmer hatten von dieser kleinen Aufregung nichts gemerkt. Auf dem Weg zurück zum Reisebus wurde auch klar, um was es sich bei diesem „privaten Anlass“ handelt: Ein Jaguar-Treffen! Die unterschiedlichsten Modelle und Jahrgänge kamen angefahren! Die noble Location passt sehr gut zu dieser Automarke.

Was für Einzelreisende gut ist muss nicht zwingend auch für Gruppen gut sein!

Es ging weiter zur nächsten und letzten Etappe: Château de Gilly – nur 5 Minuten von Clos de Vougeot entfernt. Es ist ein 5-Sterne-Hotel mit Restaurant, wo die Gruppe das Mittagessen einnahm. Ich selber war letzten November dort zum Mittagessen mit einem Geschäftspartner. Es war sein Vorschlag und ich war positiv überrascht über das gute Preis-/Leistungsverhältnis und der Speisesaal mit dem herrlichen Gewölbe ist wunderschön.

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Speisesaal von Château de Gilly

Deshalb habe ich dort auch das letzte Mittagessen für die Gruppe gebucht. Ich werde jedoch kein zweites Mal eine Gruppe dort reservieren, denn ich bin ein wenig enttäuscht: Seit Anfang dieses Jahres haben sie Kenntnis von diesem Mittagessen mit ca. 35 Gästen – es waren jedoch nur 2 Personen für den Service zuständig – eine davon war noch in der Ausbildung. Ein Teilnehmer hat mir nach dem Essen auch mitgeteilt, dass an seinem 10-er Tisch der Wein erst serviert wurde, nachdem sie mit dem Hauptgang schon fast fertig waren! Ausserdem fand er den Rotwein überhaupt nicht gut! Wegen dem Service bin ich mit ihm einverstanden; über den Rotwein kann ich leider nichts sagen, denn ich habe keinen Wein getrunken, da ich ja noch mit dem Auto in die Schweiz fahren musste. Es gab aber auch positive Äusserungen über den Wein. Wie auch immer: ich habe meinen Kommentar bezüglich dem schwachen und auch langsamen Service noch vor Ort abgegeben – leider macht es den Anschein, als ob dieses 5-Sterne-Haus wenig Ahnung von Umgang mit Reklamationen hat. Einzige Antwort: „je suis désolé“ (es tut mir leid)! Diese typisch französisch-schnoddrige und gleichgültige Art und etwas von oben herab (um nicht zu sagen arrogant) begegnet man zum Glück bei den Hotels und Restaurants in Frankreich immer seltener. Doch es gibt sie leider immer noch! Für ein Luxus-Haus jedoch sehr unpassend!  Zudem war Château de Gilly von allen Leistungsträgern dieser Burgundreise am wenigsten flexibel und sehr strickt mit den Konditionen. Für die Reservation musste ich einen 10-seitigen(!!) Vertrag unterschreiben und auch gleich eine Anzahlung von 50 % tätigen. Für den Fahrer und Tourguide verlangten sie den vollen Preis und auf der Endabrechnung wurde sogar für den Fahrer der Wein berechnet (was natürlich nicht der Fall war)!! Das geht eindeutig zu weit! Dies werde ich selbstverständlich nicht bezahlen und habe auch schon entsprechend informiert. Dennoch möchte ich betonen, dass das Mittagessen auch für diese Gruppe sehr gut war! Der Koch selber kann ja für den schwachen Service nichts dafür!

p1030921Vorspeise bei Château de Gilly

Der erste Eindruck zählt – bei einer Reise ist der letzte Eindruck ebenso wichtig!

Eigentlich sollte der letzte Besuch oder das letzte Essen bei einer Reise ein Highlight sein. Denn meistens sieht es so aus: man erinnert sich an die Höhepunkte und vor allem auch an den letzten Tag. Schade, dass dies bei Château de Gilly nur mässig geglückt ist. Allerdings habe ich bis jetzt keine weiteren Reklamation erhalten.

Fazit der Reise: Vom meinem Kunden (ein Reisebüro) habe ich ein sehr positives Feedback erhalten, was mich natürlich freut. Im Nachhinein würde ich gewisse Kleinigkeiten ändern. Ich bin mir gegenüber eine strenge Kritikerin und es gibt bei jeder Reise etwas, an dem ich nachträglich noch ein bisschen feilen würde. Mit jedem durchgeführten Anlass wird der Erfahrungsschatz ein wenig grösser. Da jede Gruppe ihre eigene Identität hat und keine gleich ist wie die andere, kann die Planung und Durchführung einer Gruppenreise auch nie zum Selbstläufer werden. Es bleibt jedesmal eine neue, spannende Herausforderung, was auch echt schön und cool ist.

Somit geht dieser 4-teilige Bericht hier zu Ende. Die Checkliste mit Tipps für die Planung zum Herunterladen folgt nächstens!

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