Reise ins Burgund Teil 2:
Cluny und Château de Meursault

Ich weiss, man sollte nie etwas mit grossen Erwartungen angehen; gestern habe ich festgestellt, dass ich genau das machte, als ich nach Cluny fuhr. Im Mittelalter war Cluny eine der bedeutendsten Klosteranlagen der Welt und zweitweise war Cluny sogar das grösste regligiöse Zentrum des Christentums. Ich habe schon so viel darüber gehört, auch im TV und wollte schon seit längerem Mal Cluny besuchen. Gestern also war es soweit. Aber irgendwie lag schon von Anfang an der Wurm drin: Schon Ausgangs Beaune nützte mir das GPS gar nichts, denn wegen grösseren Strassenarbeiten etwas ausserhalb des Zentrums gab es eine „Déviation“ (Umleitung).

Schliesslich erreichte ich trotzdem die Autobahn und ich fahre Richtung Süden. Endlich komme ich in Cluny an. Das Parking war erstaunlicherweise gratis. Man konnte das Museum besuchen und die Abbaye. Ich habe mich für beides entschieden (es gibt ein Ticket „zwei in einem“ für 9 €). Zuerst geht’s ins Museum. Da war der Hinweis, dass der grösste Teil in Paris an einer Ausstellung ist, und dass in Cluny leider nur ein kleiner Teil der alten Steinruinen ausgestellt ist. Als Kompensation könne man im Atelier zuschauen, wie dort mit den Steinen gearbeitet wird. Das Atelier war jedoch gähnend leer (es war ca. 11h00). Na prima, warum kann mir dies das Fräulein an der Kasse nicht schon zum Voraus mitteilen? Was mir auch noch gleich aufgefallen ist: die Texte neben oder unterhalb der Ausstellungs-Objekte waren nur auf Französisch. Ich verstehe zwar den grössten Teil, trotzdem für so einen solch bedeutenden Ort wie Cluny, der jährlich von vielen internationalen Touristen besucht wird, darf man zumindest einen Text in Englisch erwarten. Nach dem Museums-Besuch ging’s zur Abbaye. Am Ticketschalter habe ich nach der interaktiven Führung via Ipad gefragt; dies wurde mal im TV gross angekündigt; es sei revolutionär und es zeigt dem Besucher interaktiv, wie es mal früher hätte aussehen können. Auch dies war nur auf Französisch möglich und der Preis dafür konnte man mir nicht mitteilen!! Na, es geht auch ohne Ipad.

In der Abbaye gibt es immerhin ab und zu auch mal Texte in D und E, aber eher selten. Ich machte den Rundgang und folgte immer der Beschilderung mit dem Pfeil, wo es weitergeht. Der Ausgang selber ist nirgends beschildert, und ich irrte eine Zeitlang im Garten umher und fand weder Pfeil-Schild noch sonst das Wort „sortie“. Nachdem ich zwei Arbeiter fragte, zeigten sie mir auf ein Eisentor, das sei der Ausgang, ich solle nur den grünen Knopf zum Öffnen drücken. Da war aber kein grüner Knopf!!! Zum Glück kam ein weiterer Angestellter vorbei und hat mir die Türe geöffnet! Gott sei Dank, ich bin wieder draussen im Freien! Cluny ist eine prächtige Anlage und bestimmt sehr interessant für Architekten und für Archäologen. Für den „normalen“ Touristen, der gerne etwas mehr über die Anlage erfahren möchte, sollte  das Ganze besser organisiert sein und vor allem auch besser auf internationale Besucher ausgerichtet sein! Zum Anschauen war es schon schön, aber deswegen hätte ich nicht diese Strecke zurückgelegt! Ich kenne viele kleinere, unbekanntere Museen in Frankreich, die bestens in verschiedenen Sprachen beschrieben sind.

 Wenigstens hat sich mein nächster Besuch gelohnt: Château de Meursault. Vier Kunden von mir werden im Sommer dort eine Weinprobe auf der Terrasse unternehmen; begleitet von einem Sommelier und somit ist der Besuch des Château de Meursault ebenfalls auf meiner „To do“ Liste.
Es ist natürlich eine grosse Institution und alles ist bestens organisiert. Zuerst habe ich gedacht, es könnte etwas „zu touristisch“ sein, doch ich bin hier positiv überrascht. Ich konnte noch den Weinkeller besichtigen. Bevor es in den Keller geht, passiert man die Kunstausstellung mit diversen Ölbildern.
DSC_0003_BDanach wird es wirklich düster und dunkel. Der Keller ist nur spärlich belichtet und die Gänge sind ziemlich eng, was eine spezielle Atmosphäre hervorruft. Es ist ein imposanter Keller und am Ende des Rundganges wird man vom freundlichen Personal empfangen für eine Degustation. Ich finde, auf einer Weinreise sollten sowohl kleinere Familienbetriebe als auch grössere Institutionen besucht werden. Bei einem Mix von Beidem erhält man so einen guten Überblick von der Weinregion.

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